Oder hab' ich dir je von erlesenen Farren und Ziegen
Fette Schenkel verbrannt; so gewähre mir dieses Verlangen:
Meine Tränen vergilt mit deinem Geschoß den Achaiern!
Also rief er betend; ihn hörete Phöbos Apollon.
Schnell von den Höhn des Olympos enteilet' er, zürnendes Herzens
7 Core-Installationsoption
Wer sich mit Windows Server 2008 beschäftigt, stößt eher früher als später auf die Core-Installationsoption (Abbildung 7.1). Diese steht für alle Editionen (Standard, Enterprise, …) zur Verfügung, nicht jedoch für die Itanium-Variante (IA64) des Betriebssystems.
Abbildung 7.1 Bei der Installation des Betriebssystems kann der Core-Installationsmodus gewählt werden.
Kurz gesagt handelt es sich bei der Core-Installationsoption um eine Installationsvariante, bei der die ohnehin schon modulare Bauweise des Windows Server 2008 noch weiter auf die Spitze getrieben wird. Zunächst werden Sie feststellen, dass ein mit dieser Installationsoption installierter Server nicht mehr über die übliche grafische Benutzeroberfläche verfügt. Weiterhin sind nicht alle Rollen installierbar. Mehr dazu finden Sie weiter hinten in Tabelle 7.1.
Ein Core-Server hat gegenüber einer »normalen« Installation folgende Vorteile:
- Gesteigerte Stabilität: Da nur die Kernkomponenten installiert sind, gibt es weniger Komponenten, die Fehler verursachen können.
- Reduzierte Softwarewartung: Auf einem Core-Server gibt es weniger Softwarekomponenten, die gewartet werden müssen.
- Reduzierte »Angriffsfläche«: Da ein großer Teil der Dienste, die auf einem normal installierten Server vorhanden sind, auf einem Core-Server nicht existiert, verringert sich die Angriffsfläche für Würmer, Trojaner und ähnlichen Unrat.
- Reduzierter Managementaufwand: Auf einem als Core installierten Server sind deutlich weniger zu verwaltende Komponenten vorhanden, demzufolge wird sich der Managementaufwand reduzieren.
- Reduzierter Platzbedarf: Ein Core-Server lässt sich mit deutlich weniger Plattenplatzbedarf installieren.
Der verringerte Ressourcenbedarf ist zwar auf den ersten Blick ein interessantes Argument, ich kenne aber kein Unternehmen, dass sich aus diesem Grund für den Core-Installationsmodus entscheidet. Der Ressourcenbedarf eines Servers ist heute nicht mehr das wesentliche Problem, interessant sind in einigen Anwendungsszenarien aber schon die reduzierte Angriffsfläche und die reduzierte Softwarewartung.
Das wesentliche Argument gegen die Core-Installationsoption ist die fehlende grafische Benutzeroberfläche. Einen Core-Server müssen Sie in der Tat von der Kommandozeile aus administrieren, etliche Konfigurationsmöglichkeiten können allerdings auch von einem anderen Server/Admin-PC durchgeführt werden.
Wie bereits zuvor erwähnt wurde, unterstützt ein Core-Server nur acht Rollen. Diese sind in Tabelle 7.1 zu sehen.
| Serverrolle | Enterprise | Datacenter | Standard | Web | Itanium |
|
Webdienste (IIS) |
X |
X |
X |
X |
|
|
Druckdienste |
X |
X |
X |
||
|
Hyper-V |
X |
X |
X |
||
|
Active Directory-Domänendienste |
X |
X |
X |
||
|
Active Directory Lightweight Directory Services |
X |
X |
X |
||
|
DHCP Server |
X |
X |
X |
||
|
DNS Server |
X |
X |
X |
||
|
Dateidienste |
X |
X |
X |
Die Installation eines Core-Servers verläuft wie bei einer »normalen« Installation – es gibt keine Besonderheiten. Sie erhalten auch den üblichen Anmeldebildschirm. Nach der Anmeldung sieht er dann aber wie in Abbildung 7.2 gezeigt aus: ein Konsolenfenster, kein Menü, keine sonstigen grafischen Elemente.
Abbildung 7.2 So sieht es aus, wenn man sich an einem Core-Server angemeldet hat – es gibt kein Menü.
7.1 Erste Schritte 

Die ersten Schritte nach der Installation sind bei einem Core-Server genauso wie bei den »normal« installierten Betriebssystemen:
- Statische IP-Adresse vergeben
- Server umbenennen
- Server zum Domänenmitglied machen
- Management über RDP aktivieren
Der einzige Unterschied ist, dass diese Aufgaben beim Core-Server mit der Kommandozeile erledigt werden müssen. Die Kommandozeilenwerkzeuge könnte man zwar auch bei einem »normal« installierten Server nutzen; ein Weg, den meines Erachtens aber nur die wenigsten Administratoren gehen.
7.1.1 Statische IP-Adresse setzen 

Ein Windows Server 2008 wird nach der Installation über eine dynamische IP-Adresse verfügen, was für einen Server durchaus nicht wünschenswert ist. Um die IP-Konfiguration anzupassen, wird das Kommandozeilen-Utility netsh verwendet. Gehen Sie dazu so vor (vergleiche Abbildung 7.3):
- Zunächst ermitteln Sie, welche Netzwerkkarten überhaupt vorhanden sind. Für die weiteren Schritte benötigen Sie die exakten Namen. Diese Aufgabe wird mit dem Befehl netsh interface ipv4 show interfaces erledigt. Ausgegeben wird die Liste der Netzwerkschnittstellen nebst dem exakten Namen, der später benötigt wird.
- Der zweite Schritt ist das Eintragen der IP-Adresse, Subnetzmaske und des Standard-Gateways. Den notwendigen Befehl entnehmen Sie bitte der Abbildung.
- Nun müssen noch die DNS-Server eingetragen werden.
Abbildung 7.3 Konfiguration der statischen IP-Adresse
Ob die neue Konfiguration erfolgreich übernommen wurde, können Sie wie üblich mit ipconfig kontrollieren.
7.1.2 Computer umbenennen 

Das Umbenennen des Computers ist vergleichsweise simpel, es wird mit dem Befehl netdom renamecomputer durchgeführt (Abbildung 7.4). Der erste Parameter ist der aktuelle Name des Servers. Diesen können Sie beispielsweise mit ipconfig /all ermitteln.
Abbildung 7.4 Umbenennen des Servers
Nach dem Umbenennen ist ein Neustart erforderlich. Diesen können Sie mit dem Befehl shutdown ausführen. Auch shutdown hat diverse Parameter, so zum Beispiel /r, um einen Neustart durchzuführen. Wenn der Neustart oder das Herunterfahren eingeleitet ist, erinnert sich auch ein Core-Server daran, dass er ein »Abkömmling« eines Betriebssystems mit grafischen Fähigkeiten ist, und zeigt einen der üblichen Windows-Dialoge (Abbildung 7.5).
Abbildung 7.5 Nach der Eingabe von »shutdown /r« wird das Herunterfahren des Servers vorbereitet.
7.1.3 Der Domäne beitreten 

Das Beitreten zur Domäne wird ebenfalls mit netdom bewerkstelligt. Wenn Sie, wie in Abbildung 7.6 gezeigt, als Wert für den Parameter /passwordd: ein Sternchen (*) festlegen und /securepasswordprompt angegeben, erscheint eine Abfrage der Anmeldeinformationen. Alternativ können Sie das Kennwort natürlich auch direkt übergeben.
Abbildung 7.6 Mit diesem Befehl tritt der Server der Domäne bei.
Nach dem Beitritt zur Domäne ist wie üblich ein Neustart des Servers erforderlich.
7.1.4 Management per RDP ermöglichen 

Ich gehe nicht davon aus, dass ein Administrator seine Server unter seinem Schreibtisch hat. Zudem sind in den meisten Unternehmen auch die Zeiten vorbei, in denen die Admins ihre Tage im RZ-Bunker verbringen mussten – ich kenne aber auch Ausnahmen. Wie auch immer: Das Arbeiten auf dem Server mittels Remotedesktop hat sich etabliert und ist auch mit einem Core-Server möglich. Mehr als das einsame Kommandozeilenfenster erhält man damit zwar auch nicht, aber man kann die Eingaben bequem vom Admin-PC im warmen, komfortablen Büro mit Aussicht aufs Meer machen.
Um Remotedesktop-Verbindungen zu aktivieren, wird das Skript SCregEdit.wsf angewendet. In Abbildung 7.7 ist die Verwendung gezeigt:
- /ar /v gibt den momentanen Status aus, wobei 1 bedeutet, dass RDP-Verbindungen abgelehnt werden.
- /ar 0 aktiviert RDP-Verbindungen.
Abbildung 7.7 Mit dem Skript lässt sich der momentane Status des Remotedesktops abfragen, außerdem können RDP-Verbindungen aktiviert werden.











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