13 Grundlagen zum Erstellen einer Windows-Anwendung
13.1 Die Entwicklungsumgebung 

Wenn Sie die ersten 12 Kapitel dieses Buches gelesen haben, besitzen Sie ein gutes Fundament der Sprache C#. Grund genug, um endlich die Konsolenprogramme ad acta zu legen, deren Entwicklung – wenn wir ehrlich sind – nicht wirklich Spaß macht. Weitaus attraktiver sind da schon Windows-Oberflächen, denen wir uns in diesem und den folgenden Kapiteln widmen werden.
Wir starten dazu ein neues Projekt und markieren die Projektvorlage Windows-Anwendung. Die Einträge Name, Speicherort und gegebenenfalls Projektmappe im Dialogfenster Neues Projekt unterscheiden sich nicht von denen einer Konsolenanwendung. Wir können uns daher weitere Erläuterungen ersparen. Nach dem Bestätigen der Einträge öffnet sich die Entwicklungsumgebung, die in Abbildung 13.1 zu sehen ist.
Abbildung 13.1 Die Entwicklungsumgebung eines Windows-Projekts
In dem Bereich, in dem ansonsten der Codeeditor geöffnet wird, wird nun ein grafisches Entwicklungstool angezeigt: der Windows Forms Designer. Dieser zeigt nach dem Start eines Windows-Projekts ein leeres Fenster. Fenster werden häufig auch als Form oder Formular bezeichnet. Tatsächlich haben wir schon eine voll funktionsfähige Windows-Anwendung vorliegen, die nach dem Starten aus der Entwicklungsumgebung heraus ein Fenster anzeigt. Dieses weist links in der Titelleiste eine Schaltfläche auf, mit der das Systemmenü geöffnet wird, und im rechten Teil Schaltflächen, um das Formular zu maximieren, zu minimieren oder zu schließen.
In der rechten Bildschirmhälfte sehen Sie den Projektmappen-Explorer. Er dient demselben Zweck wie bei der Entwicklung einer Konsolenanwendung. Darüber hinaus erfüllt er auch den Zweck, zwischen der Designer- und der Codeansicht einer Form umzuschalten. Sie brauchen dazu nur auf den entsprechenden Button in der Symbolleiste des Projektmappen-Explorers zu klicken.
Im unterhalb angeordneten Eigenschaftsfenster lassen sich die Eigenschaften der im Projektmappen-Explorer markierten Komponente, beispielsweise auch die des Formulars, festlegen. In einem Kombinationslistenfeld wird die entsprechende Komponente angeführt. Das Eigenschaftsfenster dient aber nicht nur dazu, die Eigenschaften der Komponenten einzustellen. Sie können auch auf die Liste der Ereignisse umschalten, die die markierte Komponente unterstützt. Dazu dient die Symbolleistenschaltfläche mit dem Blitzsymbol. Eigenschaften und Ereignisse lassen sich darüber hinaus auch entweder alphabetisch oder nach Kategorien sortiert anzeigen.
Im linken Teil der Entwicklungsumgebung ist die Toolbox zu sehen. In dieser werden zahlreiche Steuerelemente kategorisiert über Laschen angeboten, die Ihnen bei der Entwicklung der grafischen Benutzeroberfläche zur Verfügung stehen. Die Lasche Alle Windows Forms enthält eine weitgehende Zusammenfassung sämtlicher Steuerelemente. Das Kontextmenü der Toolbox bietet Ihnen an, die Steuerelemente alphabetisch zu sortieren. Sie sollten davon Gebrauch machen, denn Sie werden sich wohl die Bezeichnungen besser einprägen als die ungeordnete Position innerhalb der Liste.
Die meisten Steuerelemente werden direkt an einer bestimmten Position in die Formoberfläche eingefügt; andere, die zur Laufzeit keine visuelle Präsentation haben, werden in einem separaten Fenster des Designers, dem Komponentenfach (das auch als Komponentenfenster bezeichnet wird) angezeigt.





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