Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Über den Autor
Vorwort zur 4. Auflage
1 Allgemeine Einführung in .NET
2 Grundlagen der Sprache C#
3 Klassendesign und Vererbung
4 Weitere .NET-Datentypen
5 Weitere Möglichkeiten von C#
6 Projektmanagement und Visual Studio 2008
7 Fehlerbehandlung und Debugging
8 LINQ
9 Multithreading und asynchrone Methodenaufrufe
10 Arbeiten mit Dateien und Streams
11 Serialisierung
12 Einige wichtige .NET-Klassen
13 Grundlagen zum Erstellen einer Windows-Anwendung
14 Die wichtigsten Steuerelemente
15 Tastatur- und Mausereignisse
16 MDI-Anwendungen
17 Grafische Programmierung mit GDI+
18 Das Drucken (Printing)
19 Steuerelemente entwickeln
20 Programmiertechniken
21 WPF – die Grundlagen
22 Die Layoutcontainer
23 Die WPF-Controls
24 Konzepte von WPF
25 ADO.NET – die Verbindung zu einer Datenbank herstellen
26 Die Datenbankabfrage
27 Der SqlDataAdapter
28 Daten im lokalen Speicher – das DataSet
29 Eine Datenbank aktualisieren
30 Stark typisierte DataSets
31 Weitergabe von Anwendungen
Stichwort

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Visual C# 2008 von Andreas Kuehnel
Das umfassende Handbuch
Buch: Visual C# 2008

Visual C# 2008
geb., mit DVD
1.366 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1172-7
Pfeil 5 Weitere Möglichkeiten von C#
Pfeil 5.1 Operatorüberladung
Pfeil 5.1.1 Die Syntax der Operatorüberladung
Pfeil 5.1.2 Beispiel einer Operatorüberladung
Pfeil 5.1.3 Überladungsbeispiele
Pfeil 5.1.4 Benutzerdefinierte Konvertierungen
Pfeil 5.2 Indexer
Pfeil 5.2.1 Überladen von Indexern
Pfeil 5.2.2 Parameterbehaftete Eigenschaften
Pfeil 5.3 Collections (Auflistungen)
Pfeil 5.3.1 Die elementaren Schnittstellen der Auflistungsklassen
Pfeil 5.3.2 Die Schnittstelle »IList«
Pfeil 5.3.3 Die Klasse »ArrayList«
Pfeil 5.3.4 Die Elemente einer »ArrayList« sortieren
Pfeil 5.3.5 Die Schnittstelle »IDictionary«
Pfeil 5.3.6 Die Klasse »Hashtable«
Pfeil 5.3.7 Die Klassen »Queue« und »Stack«
Pfeil 5.3.8 Collection-Initialisierer
Pfeil 5.3.9 Objektauflistungen im Überblick
Pfeil 5.4 Generics – Generische Datentypen
Pfeil 5.4.1 Ein paar allgemeine Worte
Pfeil 5.4.2 Die Typproblematik am Beispiel der Klasse »Stack«
Pfeil 5.4.3 Die Lösung mit einer generischen Klasse
Pfeil 5.4.4 Typparameter mit Constraints einschränken
Pfeil 5.4.5 Generische Methoden
Pfeil 5.4.6 Generics und Vererbung
Pfeil 5.4.7 Konvertierung von Generics
Pfeil 5.4.8 Generische Delegates
Pfeil 5.4.9 Generische Klassen in der .NET-Klassenbibliothek
Pfeil 5.4.10 Zwei Beispiele mit generischen Klassen
Pfeil 5.5 Eigene Auflistungen mit »yield« durchlaufen
Pfeil 5.6 Daten durch »null« beschreiben
Pfeil 5.7 Attribute
Pfeil 5.7.1 Das »Flags«-Attribut
Pfeil 5.7.2 Anmerkungen zu den Attributen
Pfeil 5.7.3 Benutzerdefinierte Attribute
Pfeil 5.7.4 Festlegen der Assembly-Eigenschaften
Pfeil 5.8 Unsicherer (unsafe) Programmcode – Zeigertechnik in C#
Pfeil 5.8.1 Das Schlüsselwort »unsafe«
Pfeil 5.8.2 Die Deklaration von Zeigern
Pfeil 5.8.3 Die »fixed«-Anweisung
Pfeil 5.8.4 Zeigerarithmetik
Pfeil 5.8.5 Der Operator »->«

5 Weitere Möglichkeiten von C#


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5.1 Operatorüberladung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

C# verfügt über eine Reihe von Operatoren, die Sie für allgemeine Operationen einsetzen können. Werden zwei Zahlen dividiert, müssen Sie sich keine Gedanken darüber machen, welcher Code im Hintergrund vom Compiler erzeugt wird:

double ergebnis = var1 / var2;

Die Frage nach dem Typ der Operanden ist nicht bedeutungslos. Handelt es sich um ganzzahlige Typen, wird ein anderes Kompilat erzeugt, als würde es sich um zwei Dezimalzahlen handeln. Abhängig vom Typ der Operanden werden intern zwei unterschiedliche Operationen ausgeführt. Der Compiler entscheidet darüber, um welche Operation es sich dabei handelt, denn der »/«-Operator ist überladen. Insbesondere für die elementaren Datentypen wie int, long, double usw. sind die meisten Operatoren überladen.

Eine der großen Stärken von C# ist, dem Entwickler das Instrumentarium an die Hand zu geben, um im Bedarfsfall Operatoren benutzerdefiniert zu überladen.


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5.1.1 Die Syntax der Operatorüberladung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Um Operatoren in einer Klasse oder einer Struktur zu überladen, stellt C# das Schlüsselwort operator zur Verfügung, das nur in Verbindung mit public static verwendet werden darf. Hinter dem operator-Schlüsselwort wird der Operator angegeben, der überladen werden soll. Die folgende Syntax gilt für binäre Operatoren, die zwei Operanden für ihre Operation benötigen:

public static Ergebnistyp operator Operator (Operand1, Operand2)

Neben den binären gibt es auch unäre Operatoren, die nur einen Operanden verlangen. Stellvertretend seien hier die Operatoren »++« und »--« genannt. Für diese Operatorengruppe ändert sich die Syntax wie folgt:

public static Ergebnistyp operator Operator (Operand)

Wenn Sie eine Klasse um Methoden zur Operatorüberladung erweitern, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Es können nur vordefinierte Operatoren überladen werden. Neue Operatoren zu »erfinden« ist nicht möglich.
  • Die Operationen von Operatoren auf den systemeigenen Typen können nicht umdefiniert werden.
  • Die Grundfunktionalität eines Operators bleibt immer erhalten: Ein binärer Operator benötigt immer zwei Operanden, ein unärer immer einen. Die Vorrangregeln können nicht beeinflusst werden.

In Tabelle 5.1 sind alle Operatoren aufgeführt, die in einer Klasse oder Struktur überladen werden dürfen.


Tabelle 5.1 Überladbare Operatoren

C#-Operator Bedeutung

+, -, !, ~, ++, --, true, false

Unäre Operatoren

+, -, *, /, %, &, |, ^, <<, >>

Binäre Operatoren

==, !=, <, >, <=, >=

Relationale Operatoren

[]

Dieser Operator kann eigentlich nicht überladen werden. Es gibt jedoch ein Ersatzkonstrukt (Indexer), das die gleiche Funktionalität bietet (siehe Abschnitt 5.2).


Einige Operatoren können nur paarweise überladen werden. Wollen Sie zum Beispiel den Vergleichsoperator »==« überladen, müssen Sie auch den Operator »!=« überladen. Damit erzwingt C# eine konsistente Prüfung auf Übereinstimmung und Nichtübereinstimmung.

Einschränkungen der Operatorüberladung

Nicht alle Operatoren sind überladungsfähig. Ausgeschlossen ist unter anderem auch der Zuweisungsoperator »=«. Überladen Sie einen binären Operator, z. B. »+«, wird der Additionszuweisungsoperator »+=« automatisch implizit überladen.

Zu den anderen nichtüberladbaren Operatoren gehören der Punktoperator, der bedingte Operator »?:« sowie die Operatoren new, is, typeof und sizeof. Ebenso wenig überladbar sind die runden Klammern, mit denen eine Typkonvertierung durchgeführt wird. Stattdessen sollten benutzerdefinierte Konvertierungen codiert werden. Dieses Thema beschäftigt uns weiter unten.


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5.1.2 Beispiel einer Operatorüberladung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wir wollen uns die Operatorüberladung jetzt an einem Beispiel ansehen. Dazu rufen wir uns die Methode IsBigger der Klasse GeometricObject in Erinnerung:

public static bool IsBigger(GeometricObject geoObj1, 
                            GeometricObject geoObj2) { 
  if(geoObj1.GetFlaeche() >= geoObj2.GetFlaeche()) 
    return true; 
  return false; 
}

Mit

Circle kreis1 = new Circle(2); 
Circle kreis2 = new Circle(3); 
if(GeometricObject.IsBigger(kreis1, kreis2)) { 
   // Anweisung 
}

können wir zweifelsfrei prüfen, welcher der beiden Kreise der größere oder der kleinere ist. Selbstkritisch müssen wir aber auch feststellen, dass der Ausdruck

if(kreis1 >= kreis2)

eher einer üblichen Vergleichsoperation entspricht. Bisher ist diese Vergleichsoperation jedoch nicht möglich, weil sie für Objekte vom Typ der Basisklasse GeometricObject oder in einer der abgeleiteten Klassen nicht definiert ist. Um dieses Defizit auszugleichen, wollen wir jetzt den »>=«-Operator so überladen, dass er zur Laufzeit auf zwei Objekte vom Typ GeometricObject angewendet werden kann:

// Operatorüberladung 
public static bool operator >=(GeometricObject geoObj1, 
                               GeometricObject geoObj2) { 
  if(geoObj1.GetFlaeche() >= geoObj2.GetFlaeche()) 
    return true; 
  return false; 
}

Kompilieren wir die so ergänzte Klassendefinition, erhalten wir einen Compilerfehler, weil sich ein GeometricObject-Objekt jetzt nicht mehr eindeutig verhält. Wir werden gezwungen, einen weiteren Vergleichsoperator zu überladen, nämlich den, der die Umkehrung der überladenen Vergleichsfunktion beschreibt.

public static bool operator <=(GeometricObject geoObj1, 
                               GeometricObject geoObj2) { 
  if(geoObj1.GetFlaeche() <= geoObj2.GetFlaeche()) 
    return true; 
  return false; 
}

Nach dem anschließenden erfolgreichen Kompilieren können wir mit

Circle kreis1 = new Circle(6); 
Circle kreis2 = new Circle(3); 
if(kreis1 >= kreis2) { 
  // Anweisungen 
}

alternativ zu der von uns implementierten Methode IsBigger Vergleichsoperationen mit Objekten unserer Klasse ausführen.

Überladene Operatoren in der Vererbung

Wird aus einer Klasse, die Operatoren überlädt, eine weitere Klasse abgeleitet, vererben sich die überladenen Operatoren an die abgeleitete Klasse.


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5.1.3 Überladungsbeispiele Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Überladen von Gleichheitsoperatoren

In Kapitel 3 haben Sie erfahren, wie mit der Methode Equals der Klasse Object zwei Referenzen auf Gleichheit untersucht werden können:

Circle kreis1 = new Circle(12); 
Circle kreis2 = kreis1; 
if(kreis1.Equals(kreis2)) 
  Console.WriteLine("Referenzielle Gleichheit"); 
else 
  Console.WriteLine("Zwei verschiedene Objekte");

Zeigen beide Referenzen auf dasselbe Objekt, liefert die Equals-Methode als Rückgabewert true. Das ist das Standardverhalten dieser Methode. In gleicher Weise arbeitet auch der »==«-Vergleichsoperator. Wir könnten demnach die if-Anweisung auch wie folgt formulieren:

if(kreis1 == kreis2) 
  // Anweisungen

Die Instanzmethode Equals (es gibt auch eine statische Klassenmethode gleichen Namens) ist virtuell definiert und kann von jeder Klasse überschrieben werden, beispielsweise um anstatt eines Referenzvergleichs einen wertbasierten Vergleich der Zustandsdaten von zwei typgleichen Objekten zu erzwingen. Wenn Equals überschrieben wird, sollte auch der Vergleichsoperator der benutzerdefinierten Klasse überschrieben werden, damit die Austauschbarkeit zwischen Equals und dem »==«-Operator weiterhin gewährleistet bleibt.

In GeometricObject wird nun die Equals-Methode so überschrieben, dass der Vergleich zweier Objekte nicht mehr anhand der Referenz erfolgt, sondern dazu die Fläche der Objekte ausgewertet wird.

class GeometricObject { 
  ...

  public static bool operator==(GeometricObject geo1, GeometricObject geo2) 
  { 
    return geo1.Equals(geo2); 
  }

  public static bool operator!=(GeometricObject geo1, GeometricObject geo2) 
  { 
    return !geo1.Equals(geo2); 
  }

  // überschriebene Methode Equals 
  public override bool Equals(object obj) { 
    if(this.GetFlaeche() == ((GeometricObject)obj).GetFlaeche()) 
      return true; 
    return false; 
  } 
}

Die Implementierung der beiden operator-Methoden ist denkbar einfach: Es wird nur die in der Klasse überschriebene Methode Equals aufgerufen, die die eigentliche Arbeit verrichtet.

»true«– und »false«-Operatoren

Wenn Sie Tabelle 5.1 aufmerksam studiert haben, werden Ihnen vielleicht zwei ungewöhnlich erscheinende, überladungsfähige Operatoren aufgefallen sein: true und false. Diese dienen dazu, Operationen wie beispielsweise

if (myObject) 
  ...

zu ermöglichen. Diese Bedingungsprüfung ist sinnvoll, wenn der Rückgabewert direkt von einem Feld abhängt. Soll außerdem auch noch der Negationsoperator berücksichtigt werden, muss auch der »!«-Operator überladen werden.

if(!myObject) 
  ...

Die Operatoren true und false gehören ebenfalls zu der Gruppe der Operatoren, die man nur paarweise überladen kann. Die Rückgabe ist ein boolescher Wert. Im folgenden Beispiel wird die Überladung aller drei Operatoren gezeigt. Dazu wird festgelegt, dass ein Objekt dann als true zu bewerten ist, wenn der Inhalt des objektspezifischen Felds ungleich 0 ist.

// ---------------------------------------------------------
// Beispiel: ...\Kapitel 5\True_False_Operatorüberladung //----------------------------------------------------------
class Program { 
  static void Main(string[] args) { 
    MyClass myObj = new MyClass(); 
    myObj.intValue = 8; 
    if(myObj) 
      Console.Write("Wert ungleich 0"); 
    else 
      Console.Write("Wert gleich 0"); 
    Console.ReadLine(); 
  } 
}

// ---------------- MyClass-Definition ------------------ 
class MyClass { 
  public int intValue = 0;

  // Überladung des true-Operators 
  public static bool operator true(MyClass obj) { 
    if(obj.intValue != 0) 
      return true; 
    return false; 
  }

  // Überladung des false-Operators 
  public static bool operator false(MyClass obj) { 
    if(obj.intValue != 0) 
      return false; 
    return true; 
  }

  // Überladung des Negationsoperators 
  public static bool operator !(MyClass obj) { 
    if(obj.intValue != 0) 
      return false; 
    return true; 
  } 
}

Die dem Feld zugewiesene Zahl 8 wird mit

if (myObj)

zu der Anzeige

Wert ungleich 0

führen. Benutzen wir im Ausdruck den »!«-Operator, kehrt sich die Logik um und führt zu folgender Ausgabe:

Wert gleich 0

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5.1.4 Benutzerdefinierte Konvertierungen topZur vorigen Überschrift

Implizite benutzerdefinierte Konvertierung

Stellen Sie sich vor, Sie hätten die Klasse ClassA folgendermaßen definiert:

class ClassA { 
  public int MyValue = 0; 
}

ClassA enthält nur ein int-Feld. Diese Definition könnte dazu verleiten, eine Referenz der Klasse ClassA einer int-Variablen wie folgt zuzuweisen:

ClassA obj = new ClassA(); 
obj.MyValue = 1; 
int x = obj;

Selbstverständlich wird es nur bei einem Versuch bleiben, denn der Compiler stellt eine unzulässige Konvertierung des ClassA-Typs in einen int fest und macht das Unterfangen zunichte.

C# bietet uns die Möglichkeit, bestimmte Typkonvertierungen zu gestatten. Angenommen, unser Ziel sei, das Codefragment tatsächlich einwandfrei zu kompilieren. Dazu müssen wir die Klasse wie folgt um die Definition einer benutzerdefinierten Konvertierung erweitern:

class ClassA { 
  public int MyValue = 0;

  public static implicit operator int(ClassA obj) { 
   return obj.MyValue; 
  } 
}

Sehen wir uns den Methodenkopf genauer an. Im Vergleich zu einer Methode, die einen Operator überlädt, ist die Definition der Methode zur Typkonvertierung um das neue Schlüsselwort implicit ergänzt worden. Den Schlüsselwörtern implicit operator folgt der Datentyp, in den implizit konvertiert wird. In unserem Beispiel ist es int. Der Parameter definiert den Typ, der konvertiert werden soll.

Die allgemeine Syntax der impliziten benutzerdefinierten Typkonvertierung lautet:

public static implicit operator Zieldatentyp(Eingabetyp)

Die Aussage in unserem Beispiel ist also die folgende: Konvertiere ein Objekt vom Typ ClassA implizit in einen Integer.

Benutzerdefinierte Konvertierungen liefern ein Ergebnis: Es ist genau von dem Typ, der hinter operator angegeben wird. Im Anweisungsblock der Konvertierungsmethode muss deshalb ein return-Statement, gefolgt vom entsprechenden Rückgabewert, angegeben werden – in unserem Fall der Inhalt des Feldes MyValue des Objekts, dessen Referenz die Methode im Parameter obj empfängt.

Weil ein int vom System implizit in den Datentyp long konvertiert wird, wird jetzt auch das folgende Codefragment fehlerfrei kompiliert:

ClassA a = new ClassA(); 
a.MyValue = 1; 
long x = a;

Explizite benutzerdefinierte Konvertierung

Eine implizite Konvertierung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn bei einer Konvertierung keine Daten verloren gehen. Nehmen wir nun an, die Klasse ClassA sei etwas anspruchsvoller:

class ClassA { 
  public int MyValue = 0; 
  public string MyText = "Prima C#"; 
}

Wir wollen wieder sicherstellen, dass die Referenz auf ein ClassA-Objekt in einen Integer konvertiert werden kann. Dazu könnten wir auch hier eine implizite benutzerdefinierte Konvertierung anbieten. Tatsache ist aber, dass uns bei der Typumwandlung Informationen verloren gehen, auch wenn diese vom empfangenden Element nicht benötigt werden. Im Beispiel ist es das Feld vom Typ string. Wenn Sie Wert auf eine stilistisch saubere Programmierung legen, sollten Sie eine explizite Konvertierung vorschreiben. Sie vermeiden dadurch außerdem, dass eine implizite Konvertierung automatisch ausgeführt wird, ohne dass der Aufrufer sie gewünscht hat.

Um eine benutzerdefinierte, explizite Typumwandlung zu implementieren, muss das Schlüsselwort explicit in der Methodensignatur angegeben werden. Die allgemeine Syntax ähnelt der der impliziten benutzerdefinierten Konvertierung:

public static explicit operator Zieldatentyp(Eingabedatentyp)

Sehen wir uns dazu das vollständige Beispiel an:

class ClassA { 
  public int MyValue = 0; 
  public string MyText = "Hallo Welt";

  public static explicit operator int(ClassA obj) { 
    return obj.MyValue; 
  }

  public static explicit operator string(ClassA obj) { 
    return obj.MyText; 
  } 
}

ClassA beschreibt nun sogar zwei explizite Konvertierungen: in einen int und in einen string. Programmcode, der ein ClassA-Objekt einem Integer zuweisen möchte, würde jetzt zu einer expliziten Konvertierung gezwungen, z. B.:

ClassA a = new ClassA(); 
a.MyValue = 13; 
int x = (int)a;

Analog lässt sich mit der Anweisung

string str = (string)a;

eine Referenz vom Typ ClassA auch einer string-Variablen zuweisen.

Implizite und explizite Konvertierung von Referenztypen

In den beiden vorhergehenden Abschnitten war der Zieldatentyp ein einfacher Datentyp. Auf dieselbe Art und Weise kann auch in einen Referenztyp konvertiert werden. Nehmen wir an, die beiden Klassen ClassA und ClassB wären wie folgt definiert:

class ClassA { 
  public int MyValue; 
  public bool MyBol; 
}

class ClassB { 
  public int Value; 
  public long LngValue; 
}

Unser Ziel sei uns nun, die implizite Konvertierung eines ClassA-Objekts in ein ClassB-Objekt und umgekehrt zu erreichen, um beispielsweise den folgenden Code zu ermöglichen:

ClassA objA = new ClassA(); 
objA.MyValue = 4722; 
ClassB objB = objA;

Würden die beiden Klassen in einer Vererbungsbeziehung stehen und ClassA aus ClassB abgeleitet, wäre die Zuweisung kein Problem, da eine Subklassenreferenz einer Basisklassenreferenz zugewiesen werden kann. Dabei wird implizit konvertiert. Wie wir wissen, können wir auch die Referenz eines Basisklassenobjekts einer Subklassenreferenz zuweisen, müssen aber die Basisklassenreferenz dabei explizit konvertieren. Der passende Konvertierungsoperator wird uns aufgrund der Vererbungsbeziehung automatisch zur Verfügung gestellt. Die Ausgangssituation zwischen ClassA und ClassB ist in unserem Beispiel eine gänzlich andere und zwingt uns daher zu einer benutzerdefinierten Konvertierung, entweder implizit oder explizit.

Der Zieldatentyp ist nun ClassB, d. h., dass die Konvertierungsfunktion ein Objekt vom Typ ClassB als Rückgabewert liefert. In der Routine wird deshalb ein neues Objekt dieses Typs erzeugt. Man muss sich jetzt noch überlegen, welche gemeinsamen Merkmale beide Klassen aufweisen. In unserem Beispiel handelt es sich nur um das in beiden Klassen deklarierte Feld vom Typ int. Daher wird der Inhalt des Feldes MyValue des ClassA-Objekts dem Feld Value des ClassB-Objekts zugewiesen. Das so initialisierte Objekt wird als Ergebnis der impliziten Konvertierung bereitgestellt.

// implizite Konvertierung eines ClassA- in ein ClassB-Objekt 
 public static implicit operator ClassB(ClassA obj) { 
   ClassB bObj = new ClassB(); 
   bObj.Value = obj.MyValue; 
   return bObj; 
}

Die Konvertierung eines ClassA- in ein ClassB-Objekt hat Datenverlust zur Folge. Daher ist es besser, anstelle der impliziten eine explizite Konvertierung vorzuschreiben. Dazu muss nur das Schlüsselwort implicit gegen explicit ausgetauscht werden:

// explizite Konvertierung eines ClassA- in ein ClassB-Objekt 
public static explicit operator ClassB(ClassA obj) { 
  ClassB bObj = new ClassB(); 
  bObj.Value = obj.MyValue; 
  return bObj; 
}

Nun wird die Typumwandlung nur über den Konvertierungsoperator ermöglicht, führt aber ansonsten zum gleichen Ergebnis wie eine implizite Konvertierung:

ClassA objA = new ClassA(); 
objA.MyValue = 55; 
ClassB objB = (ClassB)objA;

Auf der Buch-DVD finden Sie die Beispielprogramme ConvertImplicitDemo und ConvertExplicitDemo, die die implizite und explizite Konvertierung zeigen.

Überladen benutzerdefinierter Konvertierungsmethoden

Das gleichzeitige Implementieren einer expliziten und einer impliziten Konvertierungsfunktion mit demselben Zieldatentyp ist nicht zulässig. Daher ist der folgende Programmcode falsch:

// fehlerhafte Klassendefinition aufgrund unzulässiger 
// Überladung der benutzerdefinierten Konvertierung 
class ClassA { 
  public int MyValue = 0;

  public static implicit operator int(ClassA obj) { 
    return obj.MyValue; 
  }

  public static explicit operator int(ClassA obj) { 
    return obj.MyValue; 
  } 
}

Gestattet ist jedoch die Koexistenz einer impliziten und einer expliziten Konvertierung, wenn sich die beiden Überladungsmethoden im Zieldatentyp unterscheiden. Im folgenden Codefragment ist in ClassA eine explizite Konvertierung in den Typ long definiert und eine implizite in einen int.

// zulässige Überladung der Konvertierungsmethode 
class ClassA { 
  public int MyValue = 0;

  public static implicit operator int(ClassA obj) { 
    return obj.MyValue; 
  }

  public static explicit operator long(ClassA obj) { 
    return obj.MyValue; 
  } 
}


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