Kapitel 15 Grundlagen zum Erstellen einer Windows-Anwendung
15.1 Die Entwicklungsumgebung  
Wenn Sie die ersten 14 Kapitel dieses Buches gelesen haben, besitzen Sie ein gutes Fundament in der Sprache Visual Basic 2005. Grund genug, um endlich die Konsolenprogramme ad acta zu legen, deren Entwicklung – wenn wir ehrlich sind – nicht wirklich Spaß macht. Weitaus attraktiver sind da schon Windowsoberflächen, denen wir uns in diesem und den folgenden Kapiteln widmen werden.
Wir starten dazu ein neues Projekt und markieren die Projektvorlage Windows-Anwendung. Die Einträge Name, Speicherort und gegebenenfalls Projektmappe im Dialogfenster Neues Projekt unterscheiden sich nicht von denen einer Konsolenanwendung. Wir können uns daher weitere Erläuterungen ersparen. Nach dem Bestätigen der Einträge öffnet sich die Entwicklungsumgebung wie in Abbildung 15.1 zu sehen ist.
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Abbildung 15.1 Entwicklungsumgebung eines Windows-Projekts
In dem Bereich, in dem ansonsten der Codeeditor geöffnet wird, wird nun ein grafisches Entwicklungstool angezeigt: der Windows Forms Designer. Dieser zeigt nach dem Start eines Windowsprojekts ein leeres Fenster. Fenster werden häufig auch als Form oder Formular bezeichnet. Tatsächlich haben wir schon eine voll funktionsfähige Windows-Anwendung vorliegen, die nach dem Starten aus der Entwicklungsumgebung heraus ein Fenster anzeigt. Dieses weist links in der Titelleiste eine Schaltfläche auf, mit der das Systemmenü geöffnet wird, und im rechten Teil Schaltflächen, um das Formular zu maximieren, minimieren oder zu schließen.
In der rechten Bildschirmhälfte sehen Sie den Projektmappen-Explorer. Wie bei allen Er dient denselben Zweck wie bei der Entwicklung einer Konsolenanwendung. Darüber hinaus erfüllt er auch den Zweck, zwischen der Designer- und Codeansicht einer Form umzuschalten. Sie brauchen dazu nur auf den entsprechenden Button in der Symbolleiste des Projektmappen-Explorers zu klicken.
Im unterhalb angeordneten Eigenschaftsfenster lassen sich die Eigenschaften der im Projektmappen-Explorer markierten Komponente, beispielsweise auch die des Formulars, festlegen. In einem Kombinationslistenfeld wird die entsprechende Komponente angeführt. Das Eigenschaftsfenster dient aber nicht nur dazu, die Eigenschaften der Komponenten einzustellen. Sie können auch auf die Liste der von der markierten Komponente unterstützten Ereignisse umschalten. Dazu dient die Symbolleistenschaltfläche mit dem Blitzsymbol. Eigenschaften und Ereignisse lassen sich darüber hinaus auch entweder alphabetisch oder nach Kategorien sortiert anzeigen.
Im linken Teil der Entwicklungsumgebung ist die Toolbox zu sehen. In dieser werden zahlreiche Steuerelemente kategorisiert über Laschen angeboten, die Ihnen bei der Entwicklung der grafischen Benutzeroberfläche zur Verfügung stehen. Die Lasche Alle Windows Forms enthält eine weitestgehende Zusammenfassung sämtlicher Steuerelemente.
Die meisten Steuerelemente werden direkt an einer bestimmten Position in die Formoberfläche eingefügt; andere, die zur Laufzeit keine visuelle Präsentation haben, werden in einem separaten Fenster des Designers, dem Komponentenfach, auch als Komponentenfenster bezeichnet, angezeigt.
Im Vergleich zum .NET Framework 1.0/1.1 hat die Anzahl der Steuerelemente zugenommen. Viele altbewährte wurden durch neue ersetzt, wobei aus Gründen der Kompatibilität die alten ebenfalls ausgeliefert werden. Obwohl die Auswahlliste in der Toolbox schon ziemlich lang ist, werden in der Toolbox nicht alle zur Verfügung stehenden Steuerelemente gleichzeitig angeboten. Sie können der Werkzeugleiste, wie die Toolbox auch manchmal genannt wird, auch weitere Steuerelemente hinzufügen oder bei Bedarf das Angebot, wenn es Ihnen zu un- übersichtlich ist, verkleinern. Dazu öffnen Sie das Kontextmenü der Werkzeugleiste und wählen Elemente auswählen... Markieren Sie in dem sich öffnendem Dialog die Steuerelemente, die Sie einsetzen möchten oder heben Sie, wenn gewünscht, die aktive Markierung auf, um das Angebot der Toolbox zu verringern.
Das Kontextmenü der Toolbox bietet Ihnen an, die Steuerelemente alphabetisch zu sortieren. Sie sollten davon Gebrauch machen, denn Sie werden sich wohl die Bezeichnungen besser einprägen als die ungeordnete Position innerhalb der Liste.
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