2.2 Grundlegende Konzepte 

Grundsätzlich handelt es sich bei Python um eine imperative Programmiersprache, die jedoch noch weitere Programmierparadigmen in sich vereint. So ist es beispielsweise möglich, mit Python objektorientiert und funktional zu programmieren. Sollten Sie mit diesen Begriffen im Moment noch nichts anfangen können, seien Sie unbesorgt, schließlich soll Ihnen die Programmierung mit Python und damit die Anwendung der verschiedenen Paradigmen in diesem Buch beigebracht werden.
Obwohl Python viele Sprachelemente gängiger Scriptsprachen implementiert, handelt es sich um eine interpretierte Programmiersprache. Der Unterschied zwischen einer Programmier- und einer Scriptsprache liegt im sogenannten Compiler. Ähnlich wie Java oder C# verfügt Python über einen Compiler, der aus dem Quelltext ein Kompilat, den sogenannten Byte-Code erzeugt. Dieser Byte-Code wird dann in einer virtuellen Maschine, dem Python-Interpreter, ausgeführt.
Ein weiteres Konzept, das Python zum Beispiel mit Java gemeinsam hat, ist die Plattformunabhängigkeit. Der Python-Interpreter läuft unter verschiedensten Betriebssystemen und ermöglicht, dass ein und dasselbe Python-Programm unmodifiziert unter verschiedenen Betriebssystemen lauffähig ist. Insbesondere werden die drei großen Desktop-Betriebssysteme Windows, Linux und Mac OS X unterstützt.
Im Lieferumfang von Python ist neben dem Interpreter und dem Compiler eine umfangreiche Standardbibliothek enthalten. Diese Standardbibliothek ermöglicht es dem Programmierer, in kurzer Zeit relativ einfach strukturierte Programme zu schreiben, die allerdings sehr komplexe Aufgaben verrichten können. So bietet die Standardbibliothek beispielsweise umfassende Möglichkeiten zur Netzwerkkommunikation oder der Datenspeicherung. Da die Standardbibliothek die Programmiermöglichkeiten in Python wesentlich bereichert, widmen wir ihr im dritten und teilweise auch vierten Teil dieses Buchs besondere Aufmerksamkeit.
Ein Nachteil der Programmiersprache ABC, den Guido van Rossum bei der Entwicklung von Python beheben wollte, war ihre fehlende Flexibilität. Ein grundlegendes Konzept von Python ist es daher, es dem Programmierer so einfach wie möglich zu machen, die Standardbibliothek beliebig zu erweitern. Da Python selbst, als abstrakte Programmiersprache, nur eingeschränkte Möglichkeiten zur maschinennahen Programmierung bietet, können maschinennahe oder zeitkritische Erweiterungen problemlos in C geschrieben werden. Das ermöglicht die sogenannte Python API.
Als letztes grundlegendes Konzept von Python soll erwähnt werden, dass Python unter der PSF-Lizenz steht. Das ist eine von der Python Software Foundation entworfene Lizenz für Open-Source-Software, die wesentlich weniger restriktiv ist als beispielsweise die GNU General Public License. So erlaubt es die PSF-Lizenz, den Python-Interpreter lizenzkostenfrei in größere, kommerzielle Anwendungen einzubetten und mit diesen auszuliefern. Diese Politik macht Python auch für kommerzielle Anwendungen attraktiv.




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