»Oft ist das Denken schwer, indes das Schreiben geht auch ohne es.« Wilhelm Busch
Vorwort
Linux – Das umfassende Handbuch – was für ein Titel! Das weckt natürlich Erwartungen: Themen sollen ausführlich, verständlich und möglichst kurzweilig erklärt werden, und fortgeschrittene Anwender wie ambitionierte Einsteiger wollen gleichermaßen bedient werden, ohne am Ende »bedient« zu sein.
»Einstieg in Linux«
Schon seit unserem ersten Buch, Einstieg in Linux, sind wir berüchtigt dafür, dass wir vieles anders als andere machen. Und so bleiben wir uns auch mit diesem Buch treu: Das erste Kapitel dreht sich gleich um den Kernel, zwischendurch werden die Scheuklappen abgelegt und durchaus mal ein paar Blicke auf die BSD-Welt riskiert, bis irgendwo im Anhang schließlich die Installation beschrieben wird.
Und doch hat das alles seinen Sinn: Schließlich bezeichnet der Begriff »Linux« im engeren Sinn nur den Kern des von uns erklärten Betriebssystems, als Mitglied der Unix-Familie ist Linux mit BSD verwandt, und einen fortgeschrittenen Nutzer interessiert die Installation im Allgemeinen eher weniger – er hat schon ein System.
Für alle anderen findet sich auf der Buch-DVD mit »Knoppix« ein ohne Installation direkt von der DVD lauffähiges Linux. Überhaupt bietet die DVD eine Komplettausstattung zum Glücklichsein: Verschiedene Distributionen finden sich ebenso wie interessante, weiterführende Literatur sowie Dokumentationen und Anleitungen zu Spezialthemen.
Warum sollten Sie dieses Buch lesen?
Wenn Sie sich wirklich für Linux interessieren, ist dieses Buch genau das richtige für Sie.Wir haben uns bemüht, ein echtes Kompendium zum Thema Linux zu schreiben. Wir wollen nicht nur erklären, wie etwas funktioniert, sondern auch, warum es funktioniert – und warum gerade so und nicht anders. Dabei ziehen wir, wo es sich anbietet, auch Querverbindungen zu den unterschiedlichen BSD-Derivaten. In diesem Buch lernen Sie also nicht nur etwas über Linux, sondern über die ganze Unix-Welt.
Dabei wollen wir es Ihnen jedoch ersparen, jede einzelne Anwendung eines jeden Tools sowohl unter Linux als auch unter jedem wichtigen BSD-Derivat zu zeigen. Wir haben oftmals nur Linux und ein BSD-Derivat (in der Regel OpenBSD) in die Listings eingebaut. Hat man einmal die Nutzung eines Programmes verstanden, ist es jedoch ein Leichtes, über Manpages oder Google herauszufinden, wie man die Aufgabe unter einem bestimmten Derivat löst.
Eigeninitiative
Wir setzen also auch eine gewisse Eigeninitiative bei Ihnen voraus. Im Gegenzug werden wir versuchen, das Lesen durch interessante Beispiele kurzweilig zu gestalten. Denn wenn Sie Spaß an der Sache haben, werden Sie sich von ganz allein und freiwillig näher mit Linux auseinandersetzen. Wir wollen also Abwechslung statt Langeweile und interessante Themen statt bebilderter Anleitungen »für Dummies«. Sie auch?
Blog
Auf http://www.linux-openbook.de/ finden Sie übrigens unseren Blog zum Buch.
Dank
Dank gebührt dabei an erster Stelle unserer Lektorin Judith Stevens-Lemoine, die dieses Buch seit der ersten Auflage begleitet. Nicht vergessen wollen wir dabei auch alle weiteren Personen, die an der Korrektur, Herstellung und Produktion des Buches beteiligt waren. Dazu zählen auch Lektoratsassistentin Anne Scheibe, die das Skript auf Satz- und Sprachfehler hin untersuchte, Steffi Ehrentraut, die unter Anderem unsere Bilder verschönert hat, Friederike Daenecke, die das Korrektorat der ersten und zweiten Auflage durchführte, Bettina Mosbach, die das Korrektorat der aktuellen dritten Auflage durchführte und Stefan Krumbiegel, der sich seit der zweiten Auflage um die Erstellung des Openbooks kümmert.
Des Weiteren danken wir den Lesern, die uns mit Feedback versorgt haben, uns auf kleine Unstimmigkeiten hinwiesen und somit ebenfalls dazu beitrugen, dieses Buch zu verbessern.
Natürlich gibt es auch viele Personen in unserem persönlichen Umfeld, denen wir danken möchten. Dazu zählen an erster Stelle unsere Familien und Freunde. Ohne ihre Unterstützung und Rücksicht ist ein solches Projekt nicht zu bewältigen.
Die Autoren autoren@ploetner-it.de
Vorwort zur 3. Auflage
In dieser Auflage wurden sehr viele kleine Fehlerkorrekturen und Aktualisierungen durchgeführt. Zudem gibt es folgende Neuerungen:
- Die mitgelieferten Linux-Derivate der Multiboot-DVDs wurden komplett aktualisiert. Mit XFCE, KDE, GNOME und LXDE stehen neben diversen Window-Managern seit dieser Auflage wichtige Standarddesktops direkt zur Verfügung. Bei der Auswahl der Distributionen haben wir darauf geachtet, dass sowohl etwas für den Direktstart (Knoppix mit LXDE, das ohne Installation läuft) als auch etwas für Einsteiger (Ubuntu und OpenSUSE) sowie für die, die an allen technischen Details interessiert sind (Gentoo und Slackware), mitgeliefert wird. Für alle BSD-Interessierten befindet sich außerdem OpenBSD auf der DVD. Mehr zu den mitgelieferten DVDs findet sich in Anhang Anhang F.
- Ein neues Kapitel zum Thema Überwachung von Linux-Systemen kam hinzu.
- Der KDE-Abschnitt wurde von KDE-3.5 auf Version KDE-4.3 aktualisiert.
- Die Geschichte von Linux wird nun noch etwas detaillierter besprochen. Außerdem wurde die temporäre Änderung des Linux-Logos aufgenommen.
- Das ext4-Dateisystem wird besprochen.
- Es wird gezeigt, wie mithilfe von pdftotext und grep PDF-Dateien durchsucht werden können.
- Das Programm logger wird besprochen.
- Die Datei /etc/shells wird vorgestellt.
- Die Shellvariable $_ sowie die read-Parameter -s und -n x werden erläutert.
- Die Liste der Newsgroups und Foren wurde aktualisiert.
- Der OPML- und RSS-Reader Liferea wird besprochen.
- Auf die beiden grafischen Oberflächenalternativen Y-Windows und Fresco wird wegen Inaktivität beider Projekte nicht mehr eingegangen.
- Die Kommandoreferenz wurde um einige Einträge (etwa cal) erweitert.
- Die Distributionen »Adamantix« und »Hardened Linux« wurden entfernt, da die Projekte nicht mehr fortgeführt werden.
- Das 7-Zip-Kompressionsprogramm p7zip und der .rar-Dekomprimierer unrar werden besprochen.
- Für LaTeX besprechen wir nun auch das Setzen des Limes, der Unendlichkeit und von Logarithmen.
- Die top-Alternative htop wird erwähnt.
- Das Blender-Spiel Yo Frankie! wurde in die Spieleliste aufgenommen.
- Eine Liste mit sehr nützlichen Linux-Webseiten in deutscher Sprache wurde eingeführt.
- Kurz besprochen, aber dennoch neu in dieser Auflage: Der LXDE-Desktop und udev.
- Es wurden zahlreiche Detailerweiterungen und -verbesserungen aufgenommen (letzere besonders aufbauend auf den mehreren Hundert Feedbackmails, die wir erhielten).
Vorwort zur 2. Auflage
In der zweiten Auflage dieses Buches haben wir den Inhalt deutlich erweitert. Generell haben wir natürlich auch alle Inhalte auf den neuesten Stand gebracht und diverse kleine Erweiterungen eingebaut. Zu den größeren Veränderungen zählen die folgenden Punkte:
- Es gibt ein neues Kapitel zum Thema »Virtualisierung und Emulatoren«.
- Ebenfalls ein eigenes Kapitel erhielt das Thema »Mailservices«, in dem gezeigt wird, wie man unter Linux einen SMTP- sowie einen IMAP-Server einrichtet.
- Es gibt ein neues Kapitel zum Programmieren in C und Perl.
- Im Kapitel »Sicherheit« wird nun die Einrichtung eines Proxyservers mit Squid besprochen.
- Ebenfalls neu in diesem Kapitel sind der Aufbau von VPNs mit OpenVPN und das Thema E-Mail-Verschlüsselung mit gnupg.
- Neben den bisherigen Port-/Paketsystemen werden nun auch Portage (Gentoo) sowie das Paketsystem der Slackware-Distribution (und ihrer Derivate) besprochen. Außerdem erklären wir genauer, was Pakete eigentlich sind.
- Die geschichtlichen Hintergründe der Entstehung von Linux-Distributionen sowie die aktuell verfügbaren (Arten von) Linux-Distributionen und BSD-Derivaten wurden eingefügt.
- Neben dem DNS-Server BIND wird von nun an nicht mehr der Server Xyria DNSd, sondern der Caching-Server dnscache des djbdns behandelt.
- Wir besprechen verschiedenste neue Programme wie etwa krusader, amarok, VLC, yakuake oder fluxbat.
- Im Kapitel »Die Shell« wird nun auch das Programm screen beschrieben, das Terminals emuliert.
- Das Kapitel zur »Shellskriptprogrammierung« wurde um temporäre Dateien (und die sichere Verwendung dieser Dateien) erweitert.
- Neu ist auch eine kurze (aber wirklich nur kurze!) Einführung in die Programmierung mit Qt.
- Neben init finden Sie nun auch Upstart erklärt.
- Wir gehen genauer auf die Verwendung von Shell-Variablen ein und zeigen, wie man zwischen den Konsolen des Systems wechseln kann.
- Das Network Intrusion Detection System »Snort« wird im Detail behandelt.
- Es werden weitere Spiele (Brutal Chess, FooBillard, Tremulous und Sauerbraten) vorgestellt.
- Die Kommandoreferenz wurde erweitert.
- Im Kapitel zur grafischen Oberfläche erfahren Sie nun auch, wie sich grafische Programme mit root-Rechten ausführen lassen.
- Im LAMP-Kapitel wird anstelle des Apache 1.3.x die Version 2.x behandelt.
- Die Verschlüsselung von Dateisystemen mit Ecryptfs wird beschrieben. Zudem werden zwei grafische Tools zur Partitionierung von Dateisystemen – nämlich qtparted und gparted – vorgestellt.
- Die SysRq-Funktion des Linux-Kernels und ihre Verwendung ist ebenfalls neu.
- Das Programm Subversion wird etwas detaillierter besprochen.
- Das Dateisystem-Kapitel wurde um einen praktischen Teil ergänzt, der nun zeigt, wie man Loop-Devices anlegt und verwendet, und wie man ZIP-Laufwerke, neue Festplatten und USB-Sticks/-Platten formatiert und benutzt.
- Neben den bisher besprochenen Shells werden nun auch einige Einzelheiten der Shells dash und jsh besprochen.
- Anstelle des bisher besprochenen cdpNNTPd wird nun der Usenet-Server WendzelNNTPd behandelt. In dieser Auflage wird außerdem die Aktivierung der Authentifizierung besprochen.
- Neu sind auch diverse Werkzeuge zum Auffinden von (Security-)Bugs in Quelltexten.
- Der Midnight Commander, ein Dateimanager für die Konsole, der Ihnen vielleicht bereits aus unserem Buch »Einstieg in Linux« ein Begriff ist, ist nun auch in diesem Buch zu finden. Weitere neue Konsolenprogramme sind: dd, wget und links.
- Die GNU Autotools werden ebenfalls detaillierter besprochen.
- Im Kapitel zur grafischen Oberfläche behandeln wir nun auch die Installation von Treibern für Nvidia- und ATI-Grafikkarten.
- Wir haben zusätzliche Informationen zu KDE, GNOME und XFCE eingefügt. Außerdem wird FluxBox besprochen.
Zudem haben wir noch unzählige kleinere Erweiterungen und Verbesserungen vorgenommen.



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