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Ein Wert, der in eine Aussageform eingesetzt wird und diese zu einer wahren Aussage macht, wird als Lösung dieser Aussageform beziehungsweise genauer als Teil ihrer Lösungsmenge bezeichnet. Gleichungen und Ungleichungen lösen Das folgende Beispiel zeigt, wie die Lösungsmenge einer linearen Gleichung mit einer Unbekannten bestimmt wird: 2x + 7 = 21 | –72x = 14 | :2 x = 7 Lineare Gleichungen besitzen in der Regel genau eine Lösung. Komplexere Gleichungssysteme können dagegen auch Lösungsmengen besitzen, die aus keiner, aus mehreren oder aus unendlich vielen Lösungen bestehen. Das Lösen von Ungleichungen ist der Versuch, eine Menge von Werten zu bestimmen, die in die Aussageform einer Ungleichung eingesetzt werden können, um eine wahre Aussage zu erhalten: 2x + 7 < 21 | –72x < 14 | :2 x < 7 Die Lösungsmenge der Ungleichung ist die Menge aller x, für die gilt, dass x kleiner als 7 ist. Mathematisch wird dies folgendermaßen ausgedrückt: L = {x | x < 7}2.1.3 Logische Verknüpfungen
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| 1. | Es regnet. |
| 2. | Die Straße wird nass. |
Schlussfolgerung: Wenn es regnet, dann wird die Straße nass.
Oder in formaler Schreibweise: Es regnet.
Die Straße wird nass. Das Zeichen
wird als »daraus folgt« aufgelöst.
Die direkte Umkehrung einer solchen Schlussfolgerung ist unzulässig: Eine Aussage wie
| A |
|
bedingt nicht den folgenden Schluss:
| B |
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Sprachlich formuliert gilt also nicht die folgende Schlussfolgerung: Wenn die Straße nass wird, regnet es. Schließlich kann es zahlreiche Gründe dafür geben, warum eine Straße nass wird.
Umkehrschluss
Den korrekten, zulässigen Umkehrschluss bildet dagegen die verneinte Umkehrung:
Auf das Sprachbeispiel übertragen: Wenn die Straße nicht nass wird, dann regnet es nicht. Dieser Satz ist intuitiv einleuchtend und richtig.
Zur Verdeutlichung sehen Sie hier alle erlaubten Umkehrschlüsse im Überblick:
| 1. | A |
| 2. | A |
| 3. | |
| 4. | |
Die beiden Verknüpfungen Und und Oder (AND und OR) sind die wichtigsten Mittel zur Verbindung mehrerer Aussagen oder Bedingungen.
Und-Verknüpfung
Werden mehrere Aussagen durch Und verknüpft (Konjunktion), ergibt sich nur dann eine wahre Aussage, wenn alle Teilaussagen wahr sind.
Die Verknüpfung A
B ist also nur dann wahr, wenn sowohl A als auch B wahre Aussagen sind.
Sprachlich kann dies sehr gut durch zusammengesetzte Wenn-Bedingungen bei der Schlussfolgerung gezeigt werden. Zum Beispiel:
Wenn die Glühbirne funktioniert und der Lichtschalter eingeschaltet wird, dann leuchtet das Licht. Oder als einzelne Aussagen:
| 1. | Die Glühbirne funktioniert. |
| 2. | Der Lichtschalter ist eingeschaltet. |
| 3. | Das Licht leuchtet. |
Die erste und die zweite Aussage werden hier durch Und verknüpft und ergeben so die dritte Aussage:
Die Glühbirne funktioniert
der Lichtschalter wird eingeschaltet
das Licht leuchtet.
Schematisch lassen sich solche Verknüpfungen am einfachsten durch eine so genannte Wahrheitstabelle darstellen. In einer solchen Tabelle (wie übrigens auch bei den Abläufen innerhalb eines Computers) wird eine wahre Aussage durch den Wert 1 und eine falsche Aussage durch die 0 dargestellt. Die Wahrheitstabelle für Und sieht also folgendermaßen aus:
| 0 | 1 | |
| 0 | 0 | 0 |
| 1 | 0 | 1 |
Oder-Verknüpfung
Werden dagegen mehrere Aussagen durch Oder verknüpft (Disjunktion), dann ist die Gesamtaussage wahr, wenn mindestens eine der Teilaussagen zutrifft.
Die Beziehung A
B ist also wahr, wenn A wahr ist, wenn B wahr ist, oder auch, wenn A und B wahr sind. Hier sehen Sie zunächst wieder ein sprachliches Beispiel:
Wenn ich sechs Richtige im Lotto habe oder bei einer Quiz-Sendung gewinne, dann bin ich Millionär. Die einzelnen Aussagen sind folgende:
| 1. | Ich habe sechs Richtige im Lotto. |
| 2. | Ich gewinne bei einer Quiz-Sendung. |
| 3. | Ich bin Millionär. |
Formal sieht diese Oder-Verknüpfung der beiden ersten Aussagen so aus:
Ich habe sechs Richtige im Lotto
ich gewinne bei einer Quiz-Sendung
ich bin Millionär. Es ist egal, ob nur eine der beiden Voraussetzungen zutrifft oder ob beide wahr sind – in beiden Fällen stimmt die Schlussfolgerung.
Hier wieder die entsprechende schematische Darstellung als Wahrheitstabelle.
| 0 | 1 | |
| 0 | 0 | 1 |
| 1 | 1 | 1 |
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Und- und Oder-Verknüpfungen aller vier möglichen logischen Belegungen zweier Wahrheitswerte A und B sowie all ihrer Verneinungen.
| Verknüpfung | A=0, B=0 | A=0, B=1 | A=1, B=0 | A=1, B=1 |
| A |
0 | 0 | 0 | 1 |
| A |
0 | 1 | 1 | 1 |
| |
0 | 1 | 0 | 0 |
| |
1 | 1 | 0 | 1 |
| A |
0 | 0 | 1 | 0 |
| A |
1 | 0 | 1 | 1 |
| |
1 | 1 | 1 | 0 |
| |
1 | 0 | 0 | 0 |
Aus den Verhältnissen in Tabelle 2.3 ergeben sich die beiden folgenden wichtigen Äquivalenzen, die als DeMorgan-Theorem bezeichnet werden:
Diese Beziehungen müssen Sie direkt beim Programmieren beachten, wenn Sie Wenn-dann-Beziehungen formulieren.
XOR-Verknüpfung
Zu guter Letzt gibt es eine dritte wichtige logische Verknüpfung, die als Exklusiv-Oder bezeichnet wird. Da sie in der Mathematik nicht verwendet wird, besitzt sie kein traditionelles Zeichen, sondern wird in der Regel durch den abgekürzten englischen Namen XOR bezeichnet. Auch in den meisten Programmiersprachen existiert kein XOR-Operator.
Eine XOR-Verknüpfung zweier Aussagen ist nur dann wahr, wenn genau eine Teilaussage wahr ist. Es ist recht schwierig, ein anschauliches sprachliches Beispiel für diese Verknüpfung zu finden. Das XOR steht im Grunde für ein »Entweder-Oder«: Wenn ich entweder mit dem Bus oder mit dem Auto fahre, gelange ich zur Arbeit (ich kann auf keinen Fall mit Bus und Auto gleichzeitig fahren).
Tabelle 2.4 zeigt die möglichen Ergebnisse der XOR-Verknüpfung.
| XOR | 0 | 1 |
| 0 | 0 | 1 |
| 1 | 1 | 0 |
Diese Art logischer Verknüpfungen erzeugt Aussagen durch die Überprüfung von Termen auf Gleichheit oder Ungleichheit. Die resultierenden Aussagen können also wahr oder falsch sein.
| Gleichheit: |
| A = B (A gleich B) ist wahr, wenn A den gleichen Wert hat wie B. | |
| Ungleichheit: |
| A |
|
| Ungleichheit mit Richtungsangabe: |
| A < B (A ist kleiner als B) ist wahr, wenn A einen geringeren Wert hat als B. | |
| A > B (A ist größer als B) ist wahr, wenn A einen höheren Wert hat als B. | |
| A |
|
| A |
|
| A |
|
| A |
|
Umgekehrte Vergleichsoperationen
Interessant sind einige Umkehrungen (gegenteilige Aussagen) der Vergleichsoperationen:
| Die Umkehraussage von A = B ist A |
| A < B besitzt die Umkehraussage A |
| A > B hat schließlich die Umkehraussage A |
Tabelle 2.5 verdeutlicht dies an Beispielen für den Vergleich verschiedener ganzzahliger Werte. Beachten Sie, dass die verknüpften Werte ganze Zahlen, die Ergebnisse (1 oder 0) aber Wahrheitswerte sind.
| Verknüpfung | A=2, B=2 | A=2, B=3 | A=3, B=2 |
| A = B |
1 |
0 |
0 |
| A |
0 |
1 |
1 |
| A < B |
0 |
1 |
0 |
| A > B |
0 |
0 |
1 |
| A |
1 |
1 |
0 |
| A |
1 |
0 |
1 |
Da Zeichen wie
,
oder
nicht zum ASCII-Zeichensatz (dem ursprünglichen Standard-Computerzeichensatz) gehören, haben sich die Entwickler der verschiedenen Programmiersprachen andere Zeichen beziehungsweise Zeichenkombinationen ausgedacht. Ärgerlicherweise sind diese Bezeichnungen in den verschiedenen Sprachen nicht einheitlich. Tabelle 2.6 zeigt die Schreibweisen der Programmiersprachen C und Pascal im Vergleich. Beachten Sie, dass die C-Schreibweise in einer ganzen Reihe von Sprachen verwendet wird, beispielsweise C++, Java, JavaScript, Perl, PHP und so weiter. Die Pascal-Schreibweise verwenden dagegen auch einige BASIC-Dialekte.
| Mathematik | C-Schreibweise | Pascal-Schreibweise |
| a = b (Vergleich) | a == b | a = b |
| a = b (Wertzuweisung) | a = b | a := b |
| a |
a != b | a <> b |
| a < b | a < b | a < b |
| a > b | a > b | a > b |
| a |
a <= b | a <= b |
| a |
a >= b | a >= b |
| a |
a && b | a AND b |
| a |
a || b | a OR b |
Die in der Tabelle aufgeführte Wertzuweisung betrifft eine Besonderheit von Variablen in Programmiersprachen: Während eine Variable in der Mathematik lediglich ein Platzhalter ist, der für beliebige Werte stehen kann, ist sie in einer Programmiersprache ein Speicherplatz, der jederzeit einen bestimmten, wohl definierten Wert enthält. Die Wertzuweisungsoperation dient dazu, ihr einen solchen Wert zuzuteilen.
Eine spezielle Form der logischen Verknüpfung beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen einem einzelnen Element und einer Menge beziehungsweise zwischen zwei Mengen. Eine Menge ist eine Gruppe mehrerer Werte, die entweder als Abfolge einzelner Zahlen oder durch bestimmte Regeln definiert wird.
Beachten Sie für die Umsetzung im Computer, dass Mengenoperationen nicht in jeder Programmiersprache eingebaut sind. In Kapitel 6, Konzepte der Programmierung, werden allerdings einige Strategien vorgestellt, wie man Listen oder Mengen in verschiedenen Sprachen erzeugen und damit arbeiten kann.
Ein Wert ist Element einer Menge, wenn dieser Wert in der Menge vorkommt. Ein Wert ist nicht Element einer Menge, wenn dieser Wert nicht in der Menge vorkommt.
Betrachten Sie zum Beispiel die Menge M, für die die folgende Definition gilt:
M := {3; 4; 5}Es gelten die folgenden Elementbeziehungen:
| 3 ist Element von M. Formale Schreibweise: 3 |
| 2 ist nicht Element von M. Formale Schreibweise: 2 |
Eine weitere Menge P sei folgendermaßen definiert:
P := {x|x < 5P ist also die Menge aller x, für die gilt: x ist kleiner als 5 und x ist Element der Menge der reellen Zahlen. Für diese Menge gelten die folgenden Elementbeziehungen:
4Eine Menge M heißt Teilmenge einer Menge N, wenn jedes Element von M auch Element von N ist, wenn also für jedes x
M auch x
N gilt.
Eine Menge M ist nicht Teilmenge einer Menge N, wenn es in M mindestens ein Element gibt, das nicht auch Element von N ist. Es gibt also mindestens ein x
M, für das gilt: x
N.
Betrachten Sie beispielsweise die folgenden Mengendefinitionen:
M := {3; 4; 5; 6} N := {2; 4; 5; 6} P := {3; 4; 5; 6; 7}Es gelten die folgenden Mengenbeziehungen:
| M |
|
| N |
|
Echte Teilmengen
Übrigens ist die angegebene Teilmengendefinition ungenau: Die oben beschriebene Beziehung könnte ebenso gut bedeuten, dass zwei identische Mengen beschrieben werden. Deshalb heißt eine Menge M echte Teilmenge einer Menge N, wenn folgende Bedingungen gelten:
| Für jedes x |
| Es existiert mindestens ein x |
Wenn man es genau nimmt, wird nur für diese echte Teilmenge die Schreibweise M
N verwendet. Für die weiter oben definierte allgemeine Teilmenge, bei der M = N als Variante zulässig ist, wird stattdessen die Formulierung M
N (Teilmenge oder gleich) verwendet.
Wenn M
N gilt, wird N übrigens umgekehrt als Obermenge von M bezeichnet. Geschrieben wird dies als N
M (N ist Obermenge von oder gleich M). Die strengere Form M
N (echte Teilmenge) bedeutet entsprechend, dass N echte Obermenge von M ist: N
M.
Eine Abfolge von Beziehungen echter Teilmengen beziehungsweise Obermengen lässt sich hervorragend an den offiziellen Zahlenmengen der Mathematik demonstrieren. Dies sind im Einzelnen (von der speziellsten bis zur allgemeinsten) folgende:
| 1. | Die Menge der natürlichen Zahlen. Natürliche Zahlen sind alle Zahlen, mit denen sich Anzahlen ausdrücken lassen. Intuitiv ist diese Menge folgendermaßen definiert: |
| Die 0 gehört übrigens nicht zur Menge der natürlichen Zahlen, allerdings gibt es die spezielle Menge |
|
| 2. | Die Menge der ganzen Zahlen. Ebenso wie die natürlichen Zahlen sind auch die ganzen Zahlen intuitiv betrachtet Zahlen ohne Nachkommastellen, allerdings mitsamt 0 und negativen Zahlen. Es handelt sich um die folgende Menge: |
| 3. | Die Menge der rationalen Zahlen. Es handelt sich um sämtliche Zahlen, die durch die Division zweier ganzer Zahlen gebildet werden können. Dies sind neben den ganzen Zahlen selbst alle abbrechenden und alle periodischen Dezimalbrüche. Formal lautet die Definition dieser Menge folgendermaßen: |
| Bemerkenswert an dieser Menge ist, dass zwischen zwei rationalen Zahlen immer unendlich viele weitere rationale Zahlen liegen. Bei den natürlichen und ganzen Zahlen ist das anders: Da zwei Elemente dieser Mengen jeweils einen festgelegten numerischen Abstand voneinander haben (1), ist die Anzahl der Elemente zwischen zweien von ihnen jeweils endlich und steht fest. | |
| 4. | Die Menge der reellen Zahlen. Neben den abbrechenden und den periodischen Dezimalbrüchen gibt es auch unendlich viele nichtabbrechende, nichtperiodische. Es handelt sich also um Zahlen mit unendlich vielen Nachkommastellen ohne Wiederholung (Periode). Beispiele sind etwa die Kreiszahl |
| Formal haben diese Zahlen miteinander gemeinsam, dass ihr Quadrat eine positive Zahl oder 0 ist: | |
| Beachten Sie, dass reelle Zahlen im Computer nicht dargestellt werden können, übrigens ebenso wenig wie periodische Dezimalbrüche. Wie weiter unten ausgeführt, verwenden Rechner eine bestimmte Anzahl von Bits und können Fließkommazahlen auf diese Weise mit einer bestimmten Genauigkeit, also nur mit einer endlichen Anzahl von Stellen, speichern. | |
| 5. | Die Menge der komplexen Zahlen. Eine Zahl mit negativem Quadrat ist intuitiv nicht vorstellbar (da sowohl positive als auch negative Zahlen, wenn man sie mit sich selbst multipliziert, zu einem positiven Ergebnis führen). Dennoch ist es zum Beispiel für mathematische Gedankenexperimente oder bestimmte Berechnungen aus der theoretischen Physik erforderlich, die Wurzeln negativer Zahlen zu berechnen. |
| Zu diesem Zweck werden die imaginären (oder irreellen) Zahlen eingeführt. Sie reduzieren das Problem der Wurzel aus negativen Zahlen auf die irrationale Komponente i, die als |
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| Die reellen und die irreellen Zahlen werden zusammengenommen als komplexe Zahlen ( |
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Jede der fünf hier genannten Mengen enthält die vorige. Die verkettete Beziehung von Teil- beziehungsweise Obermengen lautet also:
Ähnlich, wie Sie einzelne Werte durch arithmetische Operatoren oder durch logische Verknüpfungen miteinander verbinden können, existieren spezielle Mengenoperationen, deren Ergebnis eine Verknüpfung der ursprünglichen Mengen ist.
| Die Schnittmenge. Eine Schnittmenge M |
| Beachten Sie, dass das Ergebnis nicht 4 lautet, sondern »die Menge, in der nur die 4 enthalten ist«. Eine Schnittmenge ist also auch dann eine Menge, wenn sie nur ein Element enthält. Wenn die beiden verknüpften Mengen keine gemeinsamen Elemente besitzen, geschieht sogar Folgendes: | |
| { } beziehungsweise |
|
| Die Vereinigungsmenge. Eine Vereinigungsmenge M |
| Die Restmenge. Wenn aus der Menge M alle Elemente einer Menge N entfernt werden (M \ N, gesprochen »M ohne N«), dann ist das Ergebnis eine Restmenge. Beispiel: |
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