Visual Basic 2008 beinhaltet sowohl größere als auch kleinere Neuerungen gegenüber Visual Basic 2005. Die wichtigsten Neuerungen werden in diesem Kapitel erläutert.
11 Neues in Visual Basic 2008
11.1 Automatische Datentyp-Erkennung 

Local Type Inference
Die sichere Erkennung des Datentyps einer deklarierten Variablen wird in Visual Basic 2008 mit dem Feature »Local Type Inference« erleichtert.
Betrachten wir dazu das folgende kurze Programm (p1101):
Private Sub cmdAnzeigen_Click( ... ) Handles ...
Dim i = 5
Dim s = "abc"
End SubDie beiden Variablen i und s wurden bis einschließlich Visual Basic 2005 als Variablen des allgemeinen Datentyps Object deklariert, da kein spezifischer Datentyp angegeben wurde. Die Benutzung von Variablen des Datentyps Object birgt mehrere Nachteile:
- Der tatsächliche Datentyp wird erst zur Laufzeit erkannt.
- Probleme, die eventuell zu Fehlern führen, können nicht frühzeitig erkannt werden.
- Es wird keine exakte Speicher-Allokation für die Variable vorgenommen.
- Die Performance ist schlechter.
- Die Entwicklerunterstützung durch IntelliSense ist nicht in vollem Umfang gegeben.
In Visual Basic 2008 wurde eine automatische Datentyp-Erkennung eingeführt. Daher erkennt Visual Basic 2008 nun den Datentyp einer Variablen bereits durch eine Initialisierung. Die beiden oben angegebenen Variablen werden als Integer bzw. String-Variablen erkannt und bieten somit die Vorteile von eindeutig deklarierten Variablen.
Option »Infer«
Es gibt in diesem Zusammenhang die neue Option Infer. Sie steht standardmäßig in Visual Basic 2008 auf On und gestattet die automatische Datentyp-Erkennung.
Schaltet man diese Option explizit mit der Anweisung Option Infer Off ab, so verhält sich Visual Basic 2008 wieder wie Visual Basic 2005 und es wird wieder der Datentyp Object gewählt.
Option-Anweisungen stehen immer oberhalb von Deklarationen bzw. Imports-Anweisungen.



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